Segelkurs
Einen Segelschein zu erwerben ist auf vielen Gewässern die Voraussetzung, eine Jolle oder eine Segelyacht mieten und steuern zu dürfen. Es stellt aber auch ein Nachweis über die eigenen theoretischen und vor allem praktischen Fertigkeiten dar, mit einem Sportboot sicher umgehen zu können, um Spaß beim Segeln zu haben und auf dem Wasser sicher mit sich selbst und anderen Crew-Mitgliedern umgehen zu können. Die offizielle Bezeichnung für den Nachweis lautet “Sportbootführerschein”, der für Binnengewässer (SBF Binnen) und für offene Gewässer (SBF See) nach umfassendem Training erworben werden kann. Für professionelle Zwecke und das Befahren noch anspruchsvollerer Gewässer müssen Skipper einen Schifferschein erlangen. Dazu gehören der Sportseeschifferschein (SSS) oder das Bodenseeschifferpatent (BSP).
Das wichtigste auch für Einsteiger ist auf jeden Fall die Praxis auf einer Segeljolle auf dem Wasser, die quasi auf jedem geeigneten See oder an der Küste in einem Segelkurs erworben werden kann. Die Segelschulen stellen die ganze Saison über ein geeignetes Angebot zur Verfügung und sind darauf eingestellt, auch blutige Anfänger schrittweise dahin zu bringen, eine Jolle selbstständig aufs Wasser zubringen und sicher zu steuern.
Bevor ein Segler Verantwortung auf einem Schiff übernehmen kann, muss er sich mit den grundlegenden Bauteilen einer Jolle vertraut machen. Dazu gehören der Rumpf, das Deck, der Bug, das Heck, der Mast mit dem stehenden Gut und den Salingen, der Großbaum, das Großschott, das Schwert, das Ruder, die Pinne, das Cockpit und die Ausreitgurte. Die Begriffe lassen sich auch als passiver Mitsegler auf einem ersten Törn schnell verinnerlichen. Unverzichtbar ist auch das Erlernen der maritimen Knoten. Jeder Skipper muss im Schlaf einen Palstek knoten und die Leinen aufschießen können. Natürlich muss auch auf eine geeignete persönliche Ausrüstung geachtet werden, zu der Segelhandschuhe, Jollenstiefel und eine Jollenweste gehören.
So groß die Vorfreude auf das Steuern der Jolle auch sein mag, die theoretischen Kenntnisse über die Wirkungen des Windes muss sich jeder Skipper auch in einem praktisch ausgelegten Segelkurs aneignen. Dazu gehört das Erkennen und Bezeichnen der Windrichtungen und die Bedeutung der Segelwinkel. Jeder Segler muss wissen, wie die Windkräfte wirken und wie er diese nutzen kann. Die unterschiedlichen Kurse zum Wind wie der Anwindkurs, der Raumschotkurs oder das Segeln vor dem Wind werden einem Skipper im Laufe des Segelkurses in Fleisch und Blut übergehen.
Das Beherrschen der Segeltheorie berechtigt eine Neuskipper immer noch nicht ganz, auf dem Gewässer zu segeln. Denn zuvor muss die Jolle aufgeriggt werden. Dazu gehört das Mast-, Fock- und Großsegel-Setzen. Schließlich kann das Boot geslippt werden oder es wird vom Steg abgeschoben. Nachdem auch das Freisegeln vom Ufer gelungen ist, geht es endlich richtig los.
Der Segelschüler lernt nun die richtigen Griffe, Techniken und das passende Gefühl, um hoch am Wind zu segeln, zu wenden und zu kreuzen. Es genügt völlig, an einem Segeltag ein neues Manöver kennen zu lernen, denn am Anfang sollte die Unsicherheit überwunden und ein richtiges Gefühl für das Schiff und den Wind gefunden werden. Auch das Anluven und das Beiliegen gehören zu den ersten Manövern, schließlich soll die Jolle am Ende des ersten Törns auch wieder sicher am Steg anlegen.
Im weiteren Verlauf eines Segelkurses auf dem Wasser lernt jeder Segelschüler zahlreiche Segelmanöver wie das Halsen, das bei Anfängern grundsätzlich zu einem höheren Pulsschlag führt, oder das Segeln mit einem Halbwind- oder einem Vorwindkurs und er begreift, wie er seine Jolle hoch am Wind steuert. Beherrscht er diese Manöver, hat er kein Problem mehr damit, unabhängig von den aktuellen Windverhältnissen einen vollständigen Kreis abzusegeln.
Einen Sportbootführerschein erhält der neue ehrgeizige Skipper jedoch erst, nachdem er gelernt hat, mit dem Kentern seines Schiffes umzugehen und seine Jolle einmal erfolgreich durchzukentern. Auch das Sicherheitsmanöver Mann über Bord muss gelernt und verinnerlicht worden sein. Da er kaum allein auf dem Gewässer segelt, muss jeder Skipper auch die wichtigsten Ausweichtechniken beherrschen.
