Schiffschronometer

Beim Schiffschronometer geht es um die möglichst genaue Bestimmung der geografischen Lage eines Schiffes.
Man konnte schon relativ früh auf hoher See die geografische Breite mit Hilfe des Sextanten, der den Sonnenstand oder besser gesagt die Mittagssonne und deren Höhe beobachtete, bestimmen. Die Ermittlung der geografischen Länge war allerdings schon immer komplizierter und bis vor dem 18. Jahrhundert bestand keine Möglichkeit, diese auf irgendeine Weise halbwegs genau durchzuführen, sobald man sich aus dem Hafengebiet entfernte. Vor der Erfindung der Schiffschronometer konnten die Schifffahrer nur gen Osten oder Westen der Zielbreiten dahinsegeln, damit der gewünschte Hafen erreicht wurde.
Auslöser für die Auseinandersetzung mit dieser Thematik der Lagebestimmung waren große Verluste der englischen Krone an Material und Menschen auf der Rückkehr von einem Krieg. England ließ danach die Erfindung eines entsprechenden Gerätes ausschreiben.
James Cook, der berühmte Kapitän und der englische Tischler John Harrison haben daraufhin eines der schwierigsten Probleme der Schifffahrt im 18. Jahrhundert gelöst: die genaue Bestimmung der Position eines Schiffes. John Harrison konstruierte den sogenannten “H.4″-Chronometer, welcher auf einer Reise von England nach Jamaica nur einige Sekunden falsch ging (der Erfolg des Gerätes hängt mit seiner exakten Zeitmessungsfunktion zusammen) und somit eine Abweichung der geografischen Länge von ungefähr lediglich zwei Meilen bedeutete. Dies war ein entscheidender Schritt in der Schifffahrtsgeschichte und der Schiffschronometer prägte diese bis in die 1970er Jahre. Die Erfindung war allerdings nicht nur für die Schifffahrt selbst von Bedeutung: James Cook konnte mit Hilfe des Schiffschronometers die Kartierung Australiens, Neuseelands, Teile des Indischen Ozeans und diverser anderer Gebiete vornehmen.
Der sogenannte Schiffschronometer, auch als Längenuhr oder Schiffsuhr bekannt, dient also der Messung der geografischen Lage, genauer gesagt, der geografischen Länge. Der Erfolg des Geräts hat auch damit zu tun, dass es über eine genaue Zeitmessungsfunktion verfügt.
Die Zeit kann und muss beim Schiffschronomoter auf hoher See relativ genau bestimmt werden. Der Schiffschronometer funktioniert folgendermaßen: Zunächst muss an einem Ort der Längengrad bekannt sein und das Gerät zeitmäßig eingestellt werden. Die darauffolgende Bestimmung des Längengrades erfolgt dermaßen, dass die relative Abweichung des Längengrades von dem Wert bei der ursprünglichen Zeitbestimmung gemessen wird.
Das exakte Stellen der Uhr ist relativ aufwändig und erfolgt nur zu Fahrtbeginn im Heimathafen. Der Schiffschronometer darf bei Nutzung zur Navigation keinesfalls stehen bleiben und verfügt über eine sogenannte temperaturkompensierende Guillaume Unruh.
Heutzutage kommt die mechanische Schiffsuhr kaum mehr zur Anwendung.
Satellitensysteme haben den Schiffschronometer abgelöst, der im 18. Jahrhundert als standardmäßige Schiffsausrüstung eingeführt wurde.