Schiffsbarometer




Neben der Vielzahl wichtiger Instrumente gehören Schiffsbarometer zu einem grundlegenden Ausstattungsbestandteil in Hinsicht auf Mess- und Steuerungsgeräte.
Die Messung des Luftdruckes und die entsprechende Anzeige hat für die Fahrt eines Schiffes eine entscheidende Bedeutung. Eine Luftdruckbestimmung erfolgt durch unterschiedliche Arbeitsprinzipien.
Schiffsbarometer können als einzelne Messgeräte an Bord vorhanden sein. Eine bessere Variante ist das Integrieren des Schiffsbarometers in die Schiffsuhr. Einzelne Schiffsbarometer werden überwiegend aus einem stabilen Gehäuse aus Messing gefertigt und sind in unterschiedlichen Gehäusedurchmessern erhältlich. Für den besonderen Glanz des Messings wurde eine spezielle Lackierung vorgenommen. Zu Dekoration sind Barometer in Rahmen oder speziellen Steuerrädern eingebracht.
Die Erfindung des Barometers geht bis in das Jahr 1643 zurück. Mitte des 17. Jahrhunderts erkannten Gelehrte den Zusammenhang zwischen dem Luftdruck und den Veränderungen des Wetters.
Schiffsbarometer lassen sich in zwei Kategorien unterteilen. Zum Einen sind dies sogenannte Flüssigkeitsbarometer und zum Anderen die Dosen- oder Aneroidbarometer. Schiffsbarometer mit einer Quecksilberflüssigkeit werden auch als Flüssigkeitsbarometer bezeichnet. Anhand einer festen Skala, welche geradlinig oder rund sein kann wird der Höhenunterschied des Quecksilberstandes abgelesen. In der Schiffahrt wurden Barometer erst in den späteren Jahren genutzt. Bis dahin deutete man das Wetter anhand natürlicher Ereignisse und der Himmelsbeobachtung.
Schiffsbarometer beruhen auf dem Grundprinzip, dass ein hoher Luftdruck eine Schönwetterfront bedeutet. Niedriger Luftdruck zeigt eine kommende Schlechtwetterperiode an, welche von feuchtem und unbeständigem Wetter geprägt ist. Zwischen diesen Bereichen befindet sich das wechselhafte Wetter.
Das Röhrenbarometer stellt die Grundform des Schiffsbarometers dar. Eine gebogene Röhre besitzt auf ihrer äußeren Seite eine größere Fläche. Die Fläche der Innenseite hingegen ist kleiner. Aufgrund dieser baulichen Gegebenheit der gebogenen Kapillaren ist die Außenseite von einer größeren Kraftwirkung betroffen als die Innenseite. Bei einem steigenden oder zunehmenden Luftdruck verstärkt sich der Krümmungswinkel der Kapillare. Steigt der Luftdruck weiter, dann nimmt auch die Krümmung der Kapillare zu. Durch die Dehnung der Kapilarröhrenenden wird eine Drehbewegung in einem gezahnten Teil ausgelöst. Dieser wiederum leitet seine Drehbewegung auf einen entsprechenden Zeiger ab. Anhand einer speziellen Skaleneinteilung kann das Ablesen der Luftdruckwerte erfolgen.
Vielfach ist das Ablesen des Wetters durch eine Luftdruckinterpretation recht ungenau. Das Wetter ist zudem abhängig von anderen Faktoren, wie zum Beispiel den Temperaturen, den Windbewegungen und der Luftfeuchtigkeit. Daher werden Schiffsbarometer zur Beurteilung der Wettersituation nur in Verbindung mit anderen elektronischen Messgeräten genutzt.
Eine weitere Funktionsgrundlage für Schiffsbarometer stellen Aneroidbarometer dar. Entsprechend der Bezeichnung bestehen sie aus einer luftleeren Glasdose. Beim genauen Hinschauen ist erkennbar, dass der Deckel in Wellen gebogen ist. Eine durchgehende Schraube hält Deckel und Boden des Gehäuses zusammen. Durch die unterschiedlichen Luftdrücke bewegt sich der Deckel der Dose. Er dehnt sich aus oder zieht sich zusammen. Angeregt durch diese Auf- und Abbewegung erfolgt die Aktion eines kleinen Stiftes, welcher sich zentral im Deckel befindet. Die Bewegung des Stiftes überträgt sich auf eine Metallplatte, welche hebelartig gebogen ist. Dieser Hebel ist Basiselement für die Kraftübertragung über weitere Umlenkungsbestandteile an den Zeiger. Als Gegengewicht für den Hebel ist eine Druckfeder integriert. Die Ablesung des Luftdruckes bei dieser Barometerart erfolgt somit nur durch das Heben oder Senken des Deckels. Aneroidbarometer werden als besonders präzise eingestuft.