Marinechronometer
Wie dem Namen zu entnehmen ist, handelt es sich bei einem Marinechronometer um eine Vorrichtung oder ein Instrument, welches in der Seefahrt eingesetzt wird.
Die Bezeichnung Chronometer stammt zunächst aus dem griechischen Wortschatz und bedeutet im übertragenen Sinn von Chronos gleich Zeit und metrein gleich messen.
Dieses Instrument wird auf Grund seiner enormen Genauigkeit und Exaktheit in der Messung und Anzeige auch als Präzisionsuhr bezeichnet.
Für die Präzision des Marinechronometers sorgen die speziellen Vorbereitungen, welche beim Bau beachtet wurden. Dazu gehört, dass ein Marinechronometer in abweichenden Lagegegebenheiten eingestellt wird. Außerdem unterliegt die Marineuhr bei der Justierung auch unterschiedlichen Temperatureinflüssen. Diese Vorgänge werden in diesem Zusammenhang auch als Chronometerprüfung bezeichnet und nach einer spezifischen Bezeichnungs- und Prüfrichtlinie durchgeführt. Kennzeichnend für ein Marinechronometer somit, dass sowohl die Chronometerhemmung als auch die freie Ankerhemmung bei ebenfalls vorgegebenen Temperaturparametern justiert werden. In diesem Bezug wird eine sogenannte Vollschwingung der Unruh auf 56 Sekunden festgesetzt. Die Mindestlaufzeit des Marinechronometers muss 56 Stunden betragen.
Die Funktionalität des Marinechronometers besteht darin, dass es für die Navigation von Schiffen unentbehrlich ist, da dies gerade bei schlechtem Wetter und ungünstiger Sicht lebenswichtig für die Mannschaft sein kann. Die Navigation eines Schiffes beinhaltet das sichere Führen von der Ausgangsposition bis zum endgültigen Zielpunkt, wobei eine effiziente Planung und Überwachung der Fortbewegung des Fahrzeugs notwendig ist. Dies kann nur mit den entsprechenden Instrumenten erfolgen. Die Aufgabe einer Marineuhr besteht darin, eine Orientierung innerhalb der Navigation auf Schiffen dadurch zu ermöglichen, dass eine Bestimmung des Längengrades vorgenommen werden kann. Diese Parameter stellen wiederum die Grundlage dafür dar, die geografische Position eines Schiffes auf Basis nautischer Berechnungen festlegen zu können.
Kardanische Aufhängung
Diese Mechanik ist nicht nur ein wesentliches Grundelement bei den Marinechronometern sondern auch bei allen Einrichtungen, bei denen es für die Funktionstüchtigkeit wichtig ist, dass das Instrument, welches die unmittelbaren Messungen erfasst, beweglich an drei Achsen fixiert ist. Dabei soll das Messinstrument drehbar und frei beweglich aufliegen.
Die Basis der kardanischen Aufhängung, welche zum Beispiel auch bei Schiffskompassen ein grundlegendes Funktionsteil ist, beruht auf der Positionierung von zwei Achsen, welche in einem rechten Winkel zueinander stehen. Hauptaufgabe der kardanischen Aufhängung an einem Schiffschronometer ist es außerdem, eine Vermeidung von Fehlern zu gewährleisten, welche als Lagefehler bezeichnet werden. Dies bedeutet dass die Uhr unabhängig von ihrer Position, immer unbeeinflusste Messungen erfassen kann.
Geschichte der Marinechronometer
Zur Darstellung der geschichtlichen Entwicklung eines Marinechronometers ist es relevant, dass diese Instrumente bereits im 18. Jahrhundert in England und Frankreich entstanden. Einen entschiedenen Einfluss auf die Entwicklung und die Konzeption des Marinechronometers nahm der Tischler und Uhrmacher John Harrison. Er gilt auch als Begründer für den Bau und die Vervollkommnung dieser Präzisionsuhren. Bis zum Jahre 1730 war er mit dieser Aufgabe beschäftigt und gilt aus diesem Grund als Pionier der Schiffschronometer.
Aufbau und Funktionsweise
Das Marinechronometer befindet sich meist in einem Holzkästchen mit zwei Klappdeckeln. Beim Öffnen eines Deckels ist es möglich, dass der Navigator die Uhr selbst und die Gangreserve ersehen kann. Die Funktion des zweiten Deckels besteht lediglich darin, dass über ihn der Marinechronometer aufgezogen wird. Außerdem erfolgt gleichzeitig das Einstellen der entsprechenden Uhrzeit.
Durch das an einer kardanischen Lagerung befestigte Uhrwerk kann das Chronometer sogar umgewendet werden, um ein Aufziehen der rückwandig positionierten Feder zu realisieren. Dazu dient ein spezieller Schlüssel. Das ursprüngliche Stellen der Uhr wird nur dann umgesetzt, wenn die Fahrt am Ausgangsort beginnt.
Die bestechenden Merkmale eines Marinechronometers bestehen zunächst in seinem Aufbau. Dazu gehören zum Beispiel ein sogenanntes Präzisionsuhrwerk, eine spezielle Anzeige der Gangreserve und eine Ausgleichsmöglichkeit für auftretende Temperaturunterschiede in abweichenden geografischen Zonen. Dies ist eine bedeutende mechanische Voraussetzung, um Messungen in jeder Wetterregion, bei schlechter Sicht und rund um den Erdball zuverlässig ausführen zu können. Ein weiteres bauliches Element des Marinechronometers ist die kardanische Aufhängung, an welcher das Uhrwerk angebracht wird.
