Kartenplotter
Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön…solange man weiß, wohin man fährt!
Heutzutage ist ein guter Atlas in einem Auto nicht mehr häufig anzutreffen. Jeder kennt noch die unfreiwilligen Zwischenstopps, die man einlegen musste, um nach dem Weg zu schauen. Doch dann wurde das weltverändernde Navigationsgerät erfunden. Und Tatsache, die Navigationsgeräte haben die Welt erobert. Man setzt sich ins Auto, gibt die Route ein und lässt sich von einer netten Damenstimme durch den Verkehr leiten. Dabei verlässt man sich voll und ganz darauf, was man von dem Navigationsgerät hört und gezeigt bekommt. Das einzige, was man noch selber erkennen und beachten muss, sind die Straßenschilder, Verkehrsvorschriften und Ampeln. Doch wie findet man sich auf dem Meer, auf hoher See zurecht, oder auch in den zahlreichen Kanälen, die man auf der ganzen Welt mit einem Schiff oder Boot befahren kann? Auch dort hatten früher schon die alten Seefahrer Seekarten entwickelt, um mit Hilfe eines Kompasses von A nach B zu schippern. Doch was wäre die moderne Technik, wenn sie nicht heutzutage auch auf der hohen See anzutreffen wäre.
Genau wie im Straßenverkehr hat man dort die Möglichkeit, sich von einem Navigationssystem leiten zu lassen. Ein so genannter Kartenplotter für Schiffe lotst einen durch das unsichtbare Straßensystem der Schifffahrt. Er ist ein so genanntes Schiffsnavigationsgerät, die auf einem Display eine elektronische Seekarte anzeigen. Auch hier liegt die preisliche Spanne, wie auch bei den Navigationsgeräten für Automobile von günstig bis richtig teuer. Ursprünglich hauptsächlich in der Großschifffahrt eingesetzt, erfreuen sich die Kartenplotter auf Grund der gesunkenen Preise inzwischen auch in der Freizeitseefahrt immer größerer Beliebtheit. Neuste Technologien lassen jedes Technikerherz höher schlagen. Hochauflösende Sattelitenbilder, vergleichbar mit Google- Earth, zeigen einem immer, wo man sich gerade befindet. Für die einzelnen Schiffsnavigationsgeräte sind die verschiedensten Landkarten erhältlich, so dass man sich, wie auch beim Autonavigationsgerät, verschiedene Software dazu kaufen kann.
Unter anderem sind viele Kartenplotter, in Kombination, ausgestattet mit einem ausgezeichneten Echolot. Durch ein Echolot werden auf Binnengewässern und Meeren Tiefenkonturen, Fischschwärme und Bodenstrukturen deutlich angezeigt, wodurch den Fischern der Fischfang erheblich erleichtert werden kann. Auch gefährliche, sich unter Wasser versteckende Felsvorsprünge, die vermutlich erheblichen Schaden am Rumpf des Schiffes anrichten würden, lassen sich vorzeitig erkennen. Mit extra LED Beleuchtung wird sogar dem Hartgesottenen der Fischfang in der tiefschwarzen Nacht erheblich erleichtert. Inzwischen sind auch die ersten Mobiltelefone mit GPS und Kartenplotter erhältlich.
Wenn man erst einmal einen Kartenplotter besitzt hat man sogar noch die Möglichkeit, ihn in Verbindung mit einer AIS-Software zu optimieren. AIS steht für Automatic Identification System. Mit AIS identifizieren sich Schiffe und geben wichtige statische, reisebezogene und dynamische Daten für andere Teilnehmer bekannt. Damit sind z.B. Landstationen, Hafenbehörden oder Rettungseinrichtungen, aber auch umherfahrende Schiffe gemeint. Um es nutzen zu können wird für den Empfang zuerst einmal eine Antenne benötigt. Hierzu können ganz normale UKW-Seefunkantennen verwendet werden. Die AIS-Daten werden mit speziellen AIS-Transpondern, dass sind kleine Sender, vom Schiff über 2 reservierte UKW-Frequenzen gesendet. In Verbindung mit einem Kartenplotter bekommt man ein Quasi-Radarbild dargestellt und man kann die umherfahrende Schifffahrt in einem Umkreis von etwa 30 Meilen direkt in der Seekarte sehen und beobachten. Somit hat man eine Radarfunkstation, die auf Wunsch Alarm schlägt, wenn ein Schiff sich im „Warnkreis“ hineinfährt oder befindet. Auch wird die Gefahr verhindert z. B. bei schlechter Sicht in ein entgegenkommendes Schiff zu fahren.
Ein Kartenplotter ist sehr nützlich und unentbehrlich für die große und kleine Schifffahrt, gerade weil es keine Schilder und Ampeln auf hoher See gibt und wer weiß, was heute in den Geschichtsbüchern stehen würde, wenn Columbus einen Kartenplotter gehabt hätte.
