Hausboot
Hausboot – ein Wohnmobil auf Wasser
Wer kennt nicht das Gefühl der Freiheit bei einem Campingurlaub und wenn m an dann noch mit den Annehmlichkeiten eines modernen Wohnwagens ausgestattet ist, dann kommt auch so mancher Campingmuffel doch noch auf den Geschmack. Viele Camper von heute benutzen für ihren Urlaub sogar ein Wohnmobil. So sind sie in der Lage an jedem erdenklichen Ort anzuhalten und die Schönheiten in Ruhe zu genießen. So kann man sich vieles ohne Zeitdruck ansehen und muss nicht gleich in ein teures Hotel ziehen. Für die Liebhaber eines Urlaubs auf dem Wasser kann so etwas auch in Erfüllung gehen. Dazu benötigt man allerdings kein Wohnmobil, sondern ein Hausboot.
Hausboote sind von ihrer Bestimmung her Motorboote, die sowohl Transportmittel als auch Wohnung sind. Mit solchen Hausbooten kann man ähnlich wie mit einem Wohnmobil auf den fahrbaren Binnengewässern von Ort zu Ort fahren und dort halten, wo es einem gefällt. Voraussetzung ist natürlich, man ist im Besitz des entsprechenden Sportbootführerscheines. Wenn man diesen nicht besitzt, dann muss man nicht auf die Fahrt mit einem Hausboot verzichten. In fast allen europäischen Ländern gibt es Hausbootreviere, die den Urlaubern das Steuern eines Hausbootes auch ohne Sportbootführerschein gestatten. Einzig Deutschland gestattet dies nur auf ganz bestimmten Wasserwegen, anderenfalls ist der Sportbootführerschein unbedingt erforderlich.
Ein Hausboot ist von seiner Ausstattung her so eingerichtet, dass man dort wirklich wohnen kann und zwar für einen längeren Zeitraum. So verfügen Hausboote über eine Küche, einen Wohnbereich und einen Schlafbereich, selbst einen Sanitärbereich mit Toilette findet man auf einem Hausboot. Um ein Hausboot zu nutzen, muss man das Nutzwasser dann auch regelmäßig auffüllen. Das geschieht an speziell ausgewiesenen Zapfstellen, die in den Wasserkarten ausgewiesen und eingezeichnet sind. Ausgerüstet sind die Hausboote mit Motoren, die in ihrer Leistung derart gedrosselt sind, dass sie nur mit geringer Geschwindigkeit fahren, etwa 10 km/h.
Wenn man nicht gerade selbst ein Hausboot besitzt, dann kann man sich solche Gefährte auch mieten. Sollte man nicht im Besitz eines Sportbootführerscheines sein, dann gilt für die Mietdauer der Charterschein als Ersatz für diesen Führerschein. Dabei werden an den Mieter jedoch auch noch einige Anforderungen gestellt. Der Mieter muss in diesem Fall 18 Jahre alt und im Besitz eines Pkw-Führerscheines sein. Ebenso muss er sich bei der Bootsübernahme einer theoretischen und praktischen Einweisung unterziehen, die mindestens 3 Stunden Dauer haben sollte. Solche Mietshausboote sind auch von ihrer Außenausstattung her etwas anders als andere Boote. Da sie oft von Laien und Anfängern gesteuert werden und Wasserfahrzeuge anders in der Handhabung sind als Landfahrzeuge ist ein Hausboot zur Miete mit einer besonderen Sicherheitsausrüstung ausgestattet. Sie verfügen rundum über jede Menge Gummischutzleisten, damit das Boot vor allem bei den Rangiermanövern in einer Schleuse oder Hebebrücke nicht zu Schaden kommen.
Wer sich mit einem Hausboot auf Fahrt begibt, der sollte in jedem Fall darauf achten, dass er mit diesen Booten zwar überall anhalten kann wo es erlaubt ist, allerdings gibt e auch hier wieder einiges zu beachten. Wenn es Nacht wird, dann darf man mit einem Hausboot nicht fahren und man darf in der Nacht auch nicht vor Anker gehen. Man muss also für den Nachtaufenthalt einen geeigneten Liegeplatz für das Hausboot finden. Dazu eignen sich in der Regel Anlegestellen in einem Hafen. Dort hat man die Möglichkeit, das Hausboot für die Nacht anzuleinen, denn das ist für ein Hausboot vorgeschrieben.
Hausboote gibt es in sehr verschiedenen Ausführungen, die oft auch von den örtlichen Gegebenheiten abhängig sind. So sind die Hausboote, die auf den Gewässern der englischen Midlands (Binnenlandkanäle) verkehren, sehr schmal gehalten (knapp zwei Meter). Damit kann man auf diesen äußerst engen Kanälen auch im Begegnungsverkehr mit diesem Hausboottyp problemlos rangieren. In Deutschland gilt für die Mietdauer bei einem Hausboot, dass man ein bestimmtes Revier nicht verlassen darf, es sei denn, man ist im Besitz eines Sportbootführerscheines.
