Glasenuhr
Im Bereich der Schiff- und Seefahrt haben spezielle Mess- und Steuergeräte eine ganz besondere Bedeutung. Sie dienen zunächst zur Navigation, zur Steuerung des Schiffes, zur täglichen und nächtlichen Einteilung der Zeit und um eine entsprechende Struktur und Organisation an Bord zu gewährleisten. Zu diesem Zweck wurden in der Schifffahrt die sogenannten Glasenuhren benutzt. Sie sind jedoch nicht nur die funktionale und damit lebenswichtige Grundlage, um auf See zu überleben sondern auch unter Wasser. Aus diesem Grund sind Glasenuhren durch ein Zifferblatt gekennzeichnet, welches sich durch den Betrieb von UBooten geprägt hat.
Die Glasenuhren werden somit ebenfalls als sogenannte maritime Uhren oder auch als Stundenglas bezeichnet.
Die Bedeutung einer Glasenuhr liegt darin, eine Einteilung der Zeit vornehmen zu können, um zunächst die Ablösung der Wachmannschaften an Bord zu gewährleisten.
Die Glasenuhr unterscheidet sich von den herkömmlich bekannten Uhren dadurch, dass eine komplette Zeigerumdrehung des kleinen Zeigers, welcher die Stunden anzeigt, über 24 Stunden erfolgt. Eine normale Uhr beschreibt dabei 12 Stunden. Weiterhin ist eine Glasenuhr oder ein Stundenglas im Gegensatz zu einem herkömmlichen Uhrwerk dadurch gekennzeichnet, dass sie sowohl als Halbstunden- oder auch als Viertelstundenglas eingesetzt werden kann. Als Signal für die Wachablösung gilt im Zusammenhang mit der Zeiteinteilung der Glasenuhr die Schiffsglocke. Sie wird immer dann betätigt, wenn entweder das Halb- oder Viertelstundenglas abgelaufen ist. Dabei wird die Ziffer Acht als Zähler benutzt. Sie ist adäquat der Zeit, welche eine Wachablösung anzeigt. Die Zeit entspricht im üblichen Verständnis nach dem Maß einer Normaluhr einer Wachdauer von entweder zwei oder vier Stunden. Die Glasenuhr wird nach dem Ablaufen erneut betätigt, indem sie beispielsweise als Halbstundenglas umgedreht oder umgewendet wird.
Interessant im Bezug auf die Glasenuhr ist, dass sie in der heutigen modernen Schifffahrt fast nicht mehr eingesetzt wird und durch technisch hochwertige und enorm präzise arbeitende Messinstrumente abgelöst wurde. Dies sind neben mechanischen auch die elektronischen oder elektromagnetischen Glasenuhren. Bekannt ist jedoch das Segelschiff “Gorch Fock”, welches sich dadurch auszeichnet, dass mit der Glasenuhr wie in alten Seemannszeiten gearbeitet wird.
Geschichte der Glasenuhr
Die Erfindung der Glasenuhr geht zurück bis in das 14. Jahrhunderts durch Christoph Kolumbus.
Die Glasenuhr wurde zu einem zentralen nautischen Instrument, welches sich bis zum Ende des 18. Jahrhunderts als eines der bedeutendsten Messinstrumente der Seefahrt entwickelte. Im einfachen Sinne wurde die Glasenuhr zunächst durch eine Sanduhr aus Glas dargestellt, welche durch Umdrehen immer wie neu in Gang gesetzt wurde. Bevor die Glasenuhr entstand, wurde eine ganz besonders ausgeklügelte Methode genutzt, um die Wachablösung auf See zu regeln und eine sinnvolle Einteilung der Zeit zu realisieren. Dazu wurden Glaszylinder mit Kerzen und Kugeln bestückt, wobei diese nach dem Abbrennen Kerzen herab fielen. Durch die Bewegung der achten Kugel wurde zur Wachablösung aufgerufen.
Die Glasenuhr gilt außerdem als Vorläufer des sogenannten Chronometers als Zeitmessgerät für die Seefahrt.
Die Glasenuhr ersetzt auch heute noch den auf wenigen Schiffen, auf welchen sie verwendet wird die Armbanduhr.
Der Glasenschlag
Im Zusammenhang mit der Glasenuhr ist der Begriff Glasenschlag von Bedeutung. Dieser wird ausschließlich durch den sogenannten wachhabenden Seemann ausgeführt. Dabei bezieht er sich auf das einmalige komplette Durchlaufen der Glasenuhr zur vollen Stunde. Der Glasenschlag beinhaltet das zweimalige Läuten der Schiffsglocke. Der mehrmalige Schlag hat ebenfalls unterschiedliche Funktionen.
Der besondere Ton der Schiffsglocke stellt auch heute noch für viele see- und schiffsbegeisterte Anhänger die eigentümliche Romantik der Segelschifffahrt dar. Das Betätigen der Schiffsglocke ist nach alter Tradition auch in der heutigen Schiffahrt noch als glasen bekannt.
Glasen
Unter der Verwendung des nautischen Glases, der Glasenuhr, wird die Zeit auf See in Glasen benannt. Dabei beinhaltet ein Glasen oder ein Glas entsprechend einer normalen Uhr 30 Minuten. So wird die Zeit 23.00 Uhr auf der herkömmlichen Uhr in der Schiffahrt als zwei Glasen vor Mitternacht bezeichnet.
