Bootsschule

Wassersportfreunde, die einen Bootsführerschein erwerben möchten, wenden sich am besten an eine Bootsschule vor Ort. Meist findet sich überall dort, wo ein schiffbares Binnengewässer ist, auch eine Bootsschule, in der erfahrene Skipper ihre zukünftigen Nachfolger ausbilden. An zahlreichen Seen ist eine Bootsschule mit einem Verleihbetrieb von Segel- oder Motorbooten verbunden. Wer in der wärmeren Jahreszeit an einem See spazierengeht und auf einen Steg oder eine Anlegestelle trifft, an der ein große Anzahl an Jollen auf den Wellen schaukeln, kann sicher sein, dass sich im nahe gelegenen Bootshaus auch eine Bootsschule befindet.

Die Bootsschulen sehen ihre Hauptaufgabe meist darin, ihre Schüler so zu unterrichten, dass diese im Laufe des Unterrichts in die Lage versetzt werden, ein Segelschiff oder ein Motorboot selbstständig und eigenverantwortlich zu steuern. Für Anfänger hängt die Größe des Boots nicht zuletzt von den Möglichkeiten des Gewässers vor Ort ab. Aber auch wer schon Erfahrung hat und eine verantwortungsvollere Aufgabe auf See sucht, kann sich getrost an die Bootsschule wenden.

Größere Bootsschulen stellen ein sehr vielfältiges Kursangebot zur Verfügung. In einem Schnupperkurs darf jeder Teilnehmer an einem Segeltörn auf dem Gewässer teilnehmen und auch schon mal das Ruder halten oder den ersten Palsteg knoten. Für alle Kurse gilt allerdings, dass auch die theoretischen Kenntnisse über das Schiff, das Verhalten an Board, das Wasser, die Windkräfte und die Verkehrsregeln auf dem Wasser sicher vermittelt werden. Zunächst muss sich jedoch jeder Wassersportfan entscheiden, auf welchen Sportbootführerschein er hinarbeiten möchte.

In Deutschland wird vor allem zwischen dem Sportbootführerschein Binnen (SBF Binnen) und dem Sportbootführerschein See (SBF See) unterschieden. Der Gültigkeitsbereich des SBF Binnen beschränkt sich dabei auf die so genannten Bundeswasserstraßen, auf denen die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung gilt. Auf dem Bodensee wird für Segelschiffe ab einer bestimmten Segelfläche sogar das Bodenseeschifferpatent D vorgeschrieben. Grundsätzlich kann der SBF Binnen für ein Segelboot, ein Motorboot oder für das Surfbrett erworben werden. Allerdings kann nicht immer jede Bootsschule vor Ort alle Bootsgattungen anbieten.

Skipper, die den Sportbootführerschein See erwerben möchten, sollten praktischerweise schon Erfahrungen als Segler auf einem Binnengewässer aufweisen. Die Ansprüche beim SBF See sind hoch und auch die Verantwortung eines Skippers auf hoher See für die Crew, für sich selbst und für das Schiff sind nicht zu verachten. Der SBF See gilt auf den Seeschifffahrtsstraßen innerhalb der 3-Seemeilen-Zone. Wer sich beruflich als Skipper auf den Meeren verdingen möchte, braucht allerdings eine noch längere Ausbildung, die eine Bootsschule meist nicht anbieten kann.

In der Unterrichtspraxis an einer Bootsschule wird meist an mehreren Abenden blockweise der theoretische Unterricht in einer Gruppe vermittelt. Die praktischen Übungen auf dem Gewässer werden aber schrittweise schon parallel vorgenommen. Um das theoretische Wissen zu verinnerlichen, muss ein zukünftiger Skipper auch entsprechende Begleitliteratur lesen und verstehen. Erst wenn er die theoretische Prüfung bestanden hat und sein Lehrer zu der Überzeugung bekommen ist, dass er die wichtigsten praktischen Segelmanöver auf der Segeljolle beherrscht, wird er zur Abschlussprüfung auf dem Wasser zugelassen. Bei dieser Abschlussprüfung ist in der Regel eine Gruppe von Schülern gleichzeitig auf dem Gewässer unterwegs und führt unter Beobachtung eines unabhängigen Prüfers und auf dessen Anweisungen hin bestimmte Manöver aus. Spätestens beim dritten Versuch muss das geforderte Manöver sitzen. Im Anschluss an die erfolgreiche Prüfung bekommt der neue Skipper sofort seinen begehrten Segelschein ausgehändigt.

Skipper, die zunächst nur den SBF Binnen Motor machen möchten, müssen ebenfalls eine erfolgreiche Theorieprüfung ablegen. Der Praxisteil des Unterrichts beschränkt sich meist auf eine Einweisung in das Motorboot, das der Bootsschule zur Verfügung steht und ein oder zwei Fahrstunden auf dem Gewässer. Zu den schwierigsten Übungen in Anwesenheit des Prüfers gehört vor allem das sichere Anlegen. Wem das gelingt, der ist anschließend stolzer Besitzer eines SBF Binnen Motor.