Bootsschuhe

Seemänner und Seefrauen tragen besonderes Schuhwerk – und das aus gutem Grund. Auf See ist man allen möglichen Naturgewalten ausgesetzt: Wind, Regen, Schnee und hohem Wellengang. Bei diesen Widrigkeiten sollte man einen Schuh tragen, der sowohl Sicherheit als auch Komfort bietet – also einen Bootsschuh.

Bootsschuhe gibt es in vielen verschiedenen Formen.

Der klassische Bootsschuh ist vom Design her ein Mokassin, also ein Halbschuh und wird oft im Sommer eingesetzt. Das Material eines qualitativ hochwertigen Bootsschuhs ist Leder, meist Rindleder. Das Leder wird vor der Verarbeitung mittels Fett oder Wachs gegen das Eindringen von Feuchtigkeit – insbesondere gegen Salzwasser – geschützt. Das Oberleder der Schuhe wird mit den Sohlen fest verbunden. Die Sohlen von Bootsschuhen sind zum besseren Halt durchgenäht. Das Profil der Sohlen gleicht Messerschnitten. Durch diese Rillen kann das Wasser besser ablaufen und der Träger ruscht auf nassen Untergründen nicht so schnell aus. Die Besonderheit bei Bootsschuhen ist noch die Farbe der Sohle. Damit das Deck des Bootes nicht verschmutzt, sind die Sohlen meist beige oder hellbraun, um Abfärben zu vermeiden.

Den Schuhschaft durchläuft eine Lederbandschnürung zur Einstellung von Weite und Sitz des Schuhs. Die Randpolsterung und die Schnürung mit zwei bis drei Schürlöchern sorgen für mehr Komfort und Halt des Fußes.

Ganz ähnlich wie der klassische Bootsschuh ist der robuste Bootsschuh, auf den z.B. die Berufsschifffahrt setzt, aufgebaut. Dieser wird häufig in der kälteren Jahreszeit getragen. Auch der robuste Bootsschuh sieht dem Mokassin ähnlich. Der eigentliche Unterschied zum klassischen Bootsschuh ist das Sohlenprofil. Dieses ist beim robusten Schuh ähnlich der bekannten Fußballstollen. Der Vorteil des Stollenprofils ist seine Geländetauglichkeit in Kombination zu der Rutschfestigkeit. Denn auch hier kann das Wasser zwischen den Stollen durchlaufen. Vorsicht ist jedoch bei Rückkehr vom Landgang geboten. Zwischen den Stollen können sich Steine und Schmutz festklemmen und das Deck zerkratzen oder gar anderweitig beschädigen.

Außerdem ist der robuste Bootsschuh aus einem festeren Leder genäht und verfügt über ein Inlay. Ein Inlay ist ein Innenschuh, ähnlich einem Fußbett. Dieses sorgt bei langer Tragedauer für mehr Bequemlichkeit. Unter diesem Inlay ist bei gutem Schuhwerk eine Art Polsterung zum Abfedern von Stößen eingearbeitet.

Bei besonders rauhem Wetter werden Bootsstiefel eingesetzt. Diese sind entweder halb- oder kniehoch und aus wasserabweisendem Material wie z.B. Fettnubukleder oder Goretex gearbeitet. Der Bootsstiefel lässt sich am Schacht per Kordelzug fest verschließen, so daß auch bei hohem Wellengang kein Wasser in den Stiefel läuft. Auch die Bootsstiefel verfügen über das bewährte Messerschnittprofil. Der Zehenbereich ist bei den Stiefeln häufig zusätzlich mit einer Gummierung geschützt, damit der Träger beim Anstoßen mit dem Fuß keine Verletzungen erleidet. Diese Stiefel finden besonders bei Hochsee-Touren Anwendung.

Weitaus besser bekannt ist dem Laien der Segelschuh oder auch Segelturnschuh. Dieser wird auch im Freizeitbereich gerne und oft getragen. Der Segelschuh ist aus Baumwolle oder Segeltuch, halb- oder knöchelhoch und verfügt über eine einfache Schnürung. Die karamellfarbene dicke Sohle zeigt ebenfalls das Messerschnittprofil. Es gibt auch Segelschuhe als reine Slipper. Statt der Schnürung findet der Fuß Halt durch Gummizüge an der rechten und linken Seite. Dieser Schuh eignet sich wohl nur für kurze Ausflüge bei bestem Wetter auf dem Wasser oder eben anderweitiger Freizeitgestaltung.

Bei dem Deckschuh handelt es sich – wie der Name schon sagt – um einen Schuh, der nur an Deck getragen wird. Die mit Rillen bestückte Sohle ist hell und färbt nicht ab. Darüber hinaus ist der Deckschuh aus wasserabweisendem Material und verfügt über geringe Trockungszeiten. Auf Tragekomfort und Atmungsaktivität wird auch bei diesem Schuh wegen der langen Tragedauer geachtet.

Alles in einem gibt es für jedes Gewässer und für jede Jahreszeit den richtigen Schuh. Beim Kauf von Bootsschuhen sollte man unbedingt auf Qualität wie wasserabweisende Eigenschaften, Drainagefunktion und richtige Durchnaht der Sohle achten. Auch die richtige Passform ist wichtig und wird ggf. durch Einlegen eines Fußbettes erhöht. Für Vielträger dieser Schuhe sind handangefertigte Schuhe zu empfehlen. Bootsschuhe benötigen regelmäßige Pflege. Sie sollten regelmäßig imprägniert werden, damit der Seemann oder die Seefrau lange Freude an ihren Bootsschuhen haben.