Bootsmotor

Wie finde ich den geeigneten Bootsmotor?

Bei Bootsmotoren unterscheidet man grundsätzlich zwischen den fest in eine Yacht eingebaute Motoren, den “Innenbordern”, und den außen am Boot festigten “Außenbordern”. In diesem Artikel wollen wir uns mit den Außenbordmotoren beschäftigen.

Obwohl es schon sehr lange her ist, kann ich mich noch gut an die Zeit erinnern, wo der Außenbordmotor immer in Zusammenhang mit schmutzigen Fingern und Startschwierigkeiten genannt wurde. Eingeprägt hat sich mir ein heißer, windstiller Sommertag, an dem ich ein solches Monstrum schwitzend und fluchend mit einer Schubkarre vom Hafen durch Amsterdam zur Volvo Werkstatt gefahren habe. Der Taxifahrer wollte das stinkende Ding nicht transportieren.

bootsmotor

Heute sind Außenbordmotoren absolut zuverlässig und sauber. Es gibt umweltfreundliche Verbrennungsmotoren in 4-Takt Technologie, kleine und leichte weniger umweltverträgliche 2-Takt Motoren oder auch schon gut einsatzfähige super saubere Elektromotoren. Es kommt ganz auf den Einsatzzweck an, was für einen Motortyp und was für eine Leistung gebraucht wird.

Am Beispiel eines strapazierfähigen Schlauchbootes mit 1.000 kg Zuladung möchte ich die Kriterien für eine durchdachte Auswahl eines Motors aufzeigen. Der Hersteller gibt für sein Boot die maximale Leistung und das maximale Gewicht für den Motor an. In den Herstellerangaben findet sich auch die notwendige Schaftlänge. Das Boot muss die Steifigkeit haben, um von zu hoher Leistung nicht beschädigt zu werden oder sich zu überschlagen. Wenn der Motor zu schwer ist, “hängt” das Boot hinten tief im Wasser und bekommt schlechte Fahreigenschaften oder geht gar unter.

Damit ist die obere Grenze der Motorisierung leicht zu bestimmen. In unserem Beispiel sind das 25 PS und 48 Kg. Aber das Boot fährt auch schon gut mit 3 PS auf einem stillen See zum Angeln. Bei den weiteren Entscheidungen geht es allein um Revier und Einsatzzweck des Bootes.

Bayern begrenzt den Einsatz von Verbrennungsmotoren auf seinen Gewässern extrem. Wenn Sie nicht Ihre Muskeln trainieren möchten und rudern, ist ein Elektromotor die einzig sinnvolle Variante. Ein solches Boot mit 1.000 kg Zuladung lässt sich bereits bei wenig Wind mit Motoren mit 700 W Leistung und einer 12 V Batterie bis zu 4 h bewegen. Flott und bei Wind geht es mit 1600 W, aber dafür mit 3 schweren Batterien.

Im Norden der Republik gibt es weniger strenge Gewässervorschriften. In den weiten Binnenrevieren in Brandenburg taugt eher ein Verbrennungsmotor. Ohne Führerschein dürfen Sie allerdings nur mit kleinen Motoren mit maximal 5 PS fahren, darüber wird der Sportbootführerschein Binnen fällig. Wer häufig fährt, sollte den Führerschein in jedem Fall machen.

Motoren bis 5 PS mit einem Zylinder sind meist sehr kompakt mit eingebauten Tank und um 360 Grad drehbar, also ohne Getriebe und Rückwärtsgang. Das spart Gewicht. Am leichtesten und am wartungsarm sind „Zweitakter“ mit Luftkühlung, müssen aber mit einem Öl / Benzingemisch gefahren werden. Auf manchen Gewässern ist der Betrieb von „Zweitaktern“ nicht mehr erlaubt, es kann also Einschränkungen geben. Dafür können Sie man auch mal Ihre Frau bitten, den Motor aus dem Kofferraum des Autos zu holen.

Sie besitzen einen Führerschein? Einen Motor mit. 10 PS, 15 PS oder 25 PS, was ist die richtige Lösung? Kaufen Sie einen Ein- oder Zweizylinder Motor? Hier spielt sicher auch der Preis eine Rolle.

Mit 25 PS erreicht das Schlauchboot in Gleitfahrt eine Geschwindigkeit von rund 20 Knoten, also 40 km/h. Das ist schon ganz stattlich. Der Motor ist teuer und schwer, aber der Spaßfaktor wesentlich höher. Nur darf ich auch überall so schnell fahren? In vielen Binnengewässern gibt es weitläufig Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 6 oder 10 Knoten. Das geht auch gut und sparsam mit 10 PS und einem Zylinder.

Nach oben sind der Leistung von Außenbord Motoren kaum Grenzen gesetzt. Rund 400 PS für ein Schnellboot mit 2 Motoren, 200 PS je Motor.