Außenbordmotoren
Was ist ein Außenbordmotor?
Außenbordmotoren zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass der Motor und das Getriebe mit der Kraftübertragung und den Propellern zu einer Einheit verbunden sind. Zum Einsatz kommt diese Art von Motor als Schiffsmotor. Dank der Konstruktion lässt sich die Verbindung, anders als beim Innenbordmotor, ganz einfach vom Boot an- und abbauen.
Geschichte und Hersteller
1881 erfand der Franzose Gustave Trouvé den ersten Außenbordmotor mit Elektromotor. Erst in den Jahren danach wurden unabhängig von Trouvés Modell weitere Konstruktionen erschaffen und vorgestellt. 1907 entwickelte der Amerikaner Cameron B. Waterman einen eigenen Außenbordmotor, der sich zu dieser Zeit auch gut verkaufen ließ. Den Durchbruch schaffte jedoch erst Ole Evinrude, der 1910 seine Konstruktion von einem Außenbordmotor vorstellte. In Europa wurde der Motor der schwedischen Brüder Alrik und Oskar Hult unter dem Firmennamen Archimedes auf den Markt gebracht. 1911 wurden von der Berliner Firma Fritz Ziegenspeck auch in Deutschland Außenbordmotoren hergestellt. Die bekannteste deutsche Firma, die diese Art der Motoren anbot, war jedoch die Firma König, die von 1927 bis 1998 tätig war. Zu den bekanntesten Herstellern heute zählen unter anderem Yamaha, Honda und Suzuki, aber auch Johnson und Tohatsu konstruieren Außenbordmotoren.
Wo werden Außenbordmotoren eingesetzt?
Ein weiterer Unterschied zu den Innenbordmotoren ist, dass die Außenbordmotoren überwiegend auf Dingis und kleineren Motorbooten eingesetzt werden. Als Hilfsantrieb sind sie auch für Segelboote und Yachten geeignet. Während diese kleineren Boote nur einen Außenbordmotor benötigen, werden an größeren Booten häufig zwei der Motoren angebracht, die durch die gegenläufigen Propeller einen besseren Geradeauslauf garantieren. Mittlerweile wurden auch größere und leistungsstärkere Außenbordmotoren hergestellt, die vor allem im Freizeitbereich oder aber für den Rennsport verwendet werden. Gerade im Rennsport werden zudem auch mehr als zwei Außenbordmotoren eingesetzt.
Wie werden Außenbordmotoren angebracht?
Für gewöhnlich befinden sich die Außenbordmotoren am Heck des Bootes oder aber innerhalb des Bootes in einem Motorschacht, der sich in der Nähe des Hecks befindet. Hin und wieder werden die Motoren auch seitlich oder am Bug angebracht, sodass das Boot dadurch gezogen wird, allerdings kommt das eher selten vor. Um zu verhindern, dass die Propeller, die häufig tiefer liegen, beim Transport oder beim Anlanden beschädigt werden, lässt sich der Motor schräg nach oben hochkippen. Auch dass es wegen den Propellern beim Segeln zu einem unnötigen Strömungswiderstand kommt, wird somit verhindert.
Sinnvoll ist es, die Außenbordmotoren schwenkbar anzubringen, sodass das Boot nicht nur mit dem Ruder, sondern auch durch das Schwenken gesteuert werden kann. Häufig wird bei den Booten deshalb komplett auf ein zusätzliches Ruder verzichtet, sodass allein die drehenden Propeller für das Lenken des Bootes verantwortlich ist.
Die Ausstattung von Außenbordmotoren
Der Tank der Außenbordmotoren lässt sich normalerweise im Motorgehäuse finden, selten ist er aber auch im Boot, außerhalb des Motors angebracht. Außenbordmotoren, die nicht so leistungsstark sind, besitzen häufig einen Seilzughandstarter und eine Pinnen-Steuerung. Der Motor, der sich in einer Halterung befindet, kann somit problemlos in Richtung Back- oder Steuerbord gedreht werden. Auch lässt sich der Motor um 180° drehen, für den Fall, dass kein Rückwärtsgang vorhanden ist. Anders als bei den leistungsschwachen Motoren besitzen Motoren, die eine stärkere Leistung aufweisen, einen Elektrostarter. Über Fernsteueranlagen per Steuerrad und Schubhebel können die Motoren so ganz einfach bedient werden.
Umweltschutz
Zwar zählen die meisten Motoren zu den Verbrennungsmotoren, allerdings gestatten manche Wassersportreviere zum Schutz der Umwelt nur Außenmotoren mit Elektromotoren. Zudem wurde der einfache Vergaser-Zweitaktmotor weiterentwickelt, um auch weiterhin den Abgasvorschriften in Europa und in den USA, die sich ständig verschärfen, zu entsprechen. Mittlerweile werden auch Zweitaktmotoren mit Direkteinspritzung hergestellt. Diese erfüllen auf der einen Seite alle Abgasnormen und weisen auf der anderen Seite noch einen deutlichen Vorteil in Bezug auf das Leistungsgewicht gegenüber den Viertaktmotoren auf.
