Außenborder
Neben rudern und segeln kann ein Boot auch per Motorkraft bewegt werden.
Wenn ein Boot keinen fest eingebauten Innenmotor besitzt, dann ist ein Außenborder die entsprechende Alternative eines Schiffsmotors.
Ein Vorteil von Außenbordern ist dass sie mit wenigen Handgriffen an- und abgebaut werden können und kleinere Motoren so vor unberechtigten Zugriffen und Diebstahl gesichert werden können.
Sie dienen zur Fortbewegung bei kleineren Booten und bei Segelbooten und Yachten als Hilfsantrieb, der oft bei Hafenmanövern oder in Flauten genutzt wird.
Grundsätzlich unterscheidet man beim Antrieb zwischen Elektromotoren und Verbrennungsmotoren, die aber nicht in allen Gewässern zugelassen sind.
Einige Segelreviere lassen ausschließlich den Hilfsantrieb über Elektromotoren zu, um einerseits den Lärmpegel einzugrenzen und andererseits aus Umweltschutzgründen.
Der Bootsrennsport bedient sich leistungsstarker Verbrennungsmotoren und Rennboote sind oft mit zwei oder mehr Motoren ausgestattet, die gegenläufig arbeiten und so einen besseren Geradeauslauf gewähren.
Der Antrieb erfolgt über einen Propeller der das Schiff durch seine Drehbewegung unter Wasser vorwärts bewegt.
Zweitaktmotoren haben gegenüber den Viertaktern einen großen Gewichtsvorteil.
Die Entwicklung von Außenbordmotoren begann bereits um 1880, allerdings dauerte es circa 30 Jahre bis sich diese Technik der Fortbewegung bei Booten durchsetzen konnte.
Außenborder sind in den allermeisten Fällen Heckmotoren. Die Bug- und Seitenmotoren konnten sich nie so recht durchsetzen.
Der Motor wird entweder außen am Heck am sogenannten Motorspiegel angebracht, oder in einem speziellen Motorschacht.
Um den Motor beim Anlegen oder Trailern nicht zu beschädigen ist er beweglich angebracht und kann entweder hochgezogen oder hochgekippt werden.
Auf diese Art wird auch der Strömungswiderstand verringert den der Außenborder beim Segeln bietet.
Die meisten Außenborder sind drehbar gestaltet und dienen so gleichzeitig als Ruder und zur Steuerung des Bootes. Bei den kleineren Motoren erfolgt hierbei die Steuerung direkt über die Pinnensteueruzng am Motor.
Gestartet werden sie entweder über einen Seilzug oder per Elektrostart.
Die größeren Motor werden über Schubsteuerung oder das Steuerrad gelenkt.
Außerdem verfügen sie über ein Schaltgetriebe mit verschiedenen Gängen und meist auch über einen Rückwärtsgang. Die kleineren Außenborder müssen oft gedreht werden um das Boot rückwärts zu bewegen.
Betankt werden die Motoren entweder direkt über den Tank am Motor oder über einen Zusatztank.
Inzwischen haben sich verschiedene Hersteller auf bestimmte Bereiche spezialisiert.
Die Firma Mercury Marine gehört zu den Marktführern bei der Herstellung von Bootsmotoren, die im zweiten Weltkrieg mit dem Vertrieb von Motoren für Zwei-Mann-Motorsägen begannen und sich später auf Bootsmotoren spezialisierten.
Das Programm der Firma reicht bei Außenbordern vom 2,5 PS starken Einzylinder bis zum 6-Zylinder-Reihen-Viertakter mit 350 PS.
Der leistungsstärkste Motor bei den Innenbordern ist der V8 Motor mit 1200 PS.
Im Bereich der Viertakt-Außenborder zählen Honda und Yamaha mit zu den Marktführern, wobei Yamaha zur Zeit mit 350 PS den stärksten Viertakt-Außenborder herstellt. Beide Hersteller vertreiben auch Außenborder mit Wasserstrahl- und Jetantrieb.
Von Yanmar gibt es einen dieselgetriebenen Außenborder.
Den leistungsstärksten Zweitaktmotor mit Direkteinspritzung bietet die Firma Evinrude an.
Der weltweite Marktführer bei Außenbordern und Schiffsmotoren ist der schwedische Hersteller Volvo Penta, ein Abkömmling der schwedischen Automarke Volvo.
Viele der unter dem Namen des schwedischen Herstellers vertriebenen Motoren sind Entwicklungen anderer Firmen, die von Volvo Penta aufgekauft wurden.
Neben dem Vertrieb von verschiedenen benzin- und dieselgetriebenen Motoren im Bereich von 10 bis 800 PS steht der Name der Firma auch für einige innovative Entwicklungen im Bereich der Bootsmotoren.
Die gegenläufigen Doppelpropeller des Duoprop-Systems und der Z-Antrieb mit seiner verbesserten Steuerbarkeit sind nur die beiden wichtigsten.
In Schweden ist man stets an der Entwicklung neuer Ideen die auf dem höchsten Stand der Technik sind interessiert.
Die Auswahl des richtigen Außenborders richtet sich dabei ganz nach dem Einsatzgebiet und den Anforderungen die an die Leistung gestellt werden.
